Odyssee 2.0

Unser Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010:  Die Odyssee 2.0

Am Anfang der aPetrasaki 2008 391bendländischen Geschichte stehen zwei Epen, die nicht nur Sprachbildung und -gefühl ganzer Generationen prägten, sondern mit ihrer weltstiftenden Erzählmacht bis zu uns vordringen: Ilias und Odyssee. Bis heute haben sie nichts von ihrer Faszination verloren, im Gegenteil: die Irrfahrt des Odysseus, sein Mut und seine List, seine Willensstärke und Götterfurcht sprechen zu uns in einer alle Zeit überbrückenden Deutlichkeit und Eindringlichkeit.

In der Jetzt-Zeit sprechen wir anders: nicht mehr episch, sondern in 140 Zeichen. Kurze Mitteilungen, mit großer Verbreitungswirkung, ohne ausgeklügelte Harmonie, aber in direkter Schnelligkeit und Unmittelbarkeit. Nicht Sprachklang und Entwicklung, nicht Rhythmus und Harmonie haben Gewicht, sondern Verständlichkeit, Präsenz und Mitteilbarkeit. Tun sich hier unvereinbare Gegensätze auf – epische Erzähldichte versus Informationsfluß im interaktiven Web?

Kepía liebt Gegensätze – und unserer philosophischen Perspektive entspricht es, Gegensätzliches nicht nach einer Seite hin auflösen zu müssen, sondern sie in Beziehung zu bringen. Und so haben wir ein neues Projekt ins Leben gerufen: die Odyssee im neu erstellten Blog der Kepianer. Hier präsentieren wir Passagen aus Homers Epos, gelesen an Originalschauplätzen auf der Peloponnes. Dazu gibt es Dialoge, die das Gehörte fortführen, aufgreifen, weitertragen.

Mit Unterstützung von Frank Tentler www.franktentler.com

Die Odyssee 2.0

rezitiert und diskutiert an Original-Schauplätzen Griechenlands

Begrüßung (04.01.2010)

1.Lesung: Das Proömium (04.01.2010)



1. Dialog: Die Bedeutung und Aktualität der Odyssee (04.01.2010)

2. Lesung, 1. Gesang: Der Götterrat(09.01.2010)

2. Dialog: Die Begegnung von Göttern und Menschen(09.01.2010)

3. Lesung: Telemachos und Nestor (16.01.2010)

3. Dialog: Die Bedeutung der Telemachie(16.01.2010)

4. Lesung 5. Gesang: Erneuter Götterrat (23.01.2010)

5. Lesung 5. Gesang: Begegnung von Kalypso und Hermes (23.01.2010)

6. Lesung 5. Gesang: Odysseus spricht (30.01.2010)

4. Dialog: Heimkehr oder Unsterblichkeit?(30.01.2010)


7. Lesung: Der Aufbruch des Odysseus’ zu den Phaiaken (06.02.2010)

8. Lesung 6. Gesang: Odysseus’ erste Begegnung mit den Phaiaken (06.02.2010)

9. Lesung 8. Gesang: Demodokos, der Sänger, singt (13.02.2010)

5. Dialog: Die Bedeutung des Sängers bei Homer (20.02.2010)

10. Lesung 9. Gesang: Die Lotophagen ( 27.02.2010)

6. Dialog: Das Motiv des Vergessens (27.02.2010)

11.a Lesung: Odysseus und der Kyklop I (o7.03.2010)

11.b Lesung: Odysseus und der Kyklop II (o7.03.2010)

8. Dialog: Wer ist Nemo? (13. 03. 2010)

12.1 Lesung: Odysseus bei Kirke I ( 20.03.2010)



12.2. Lesung: Odysseus bei Kirke II (27.3.2010)

9. Dialog: Über das Bezirzen (18.4.2010)

10. Dialog: Über die Sprache Homers (18.4.2010)

12. Lesung: Kirke bereitet Odysseus für die Weiterfahrt vor (25.4.2010)

13. Lesung: Odysseus bei den Sirenen (01.05.2010)

Nächsten Samstag geht es weiter!

11 Responses to “Odyssee 2.0”

  1. Manuela Reznicenko Says:
    Dezember 1st, 2009 at 13:28

    Liebe Freunde von Kepia und solche, die es werden wollen! Schon als Kind haben mich antike Sagen und Legenden fasziniert. Darum freut es mich besonders, dass auch in unserer Zeit dieses Epos zum Thema gemacht wird. Da ich die Gastgeber des musisch-philosophischen Gartens schon etwas kennen gelernt habe, freue ich mich sehr auf das neue Event, das interessante Gespräche und neue Erkenntnisse verspricht. Danke für Euer Angebot! Manuela

  2. Nele Says:
    Dezember 10th, 2009 at 22:44

    Irgendwie verstehe ich nicht, wie das geht!? Is dit online möglich?

  3. Günter Landsberger Says:
    Dezember 26th, 2009 at 11:29

    Mein unvergessbarer Einstieg in die antike Mythen- und Sagenwelt war in meiner Kindheit, wie wohl bei vielen anderen Gleichaltrigen, die damals für mich hochinteressante, ja aufregende Lektüre der Schwabschen “Sagen des klassischen Altertums”. Danach dehnte sich das nachwirkende Lesen auf sehr viele weitere Lektüren aus. (Ob das eine der Listen des Odysseus war?)

  4. Manuela Reznicenko Says:
    Januar 5th, 2010 at 17:46

    Freiheit und Schicksalhaftigkeit, sind das nicht zwei Begriffe, die auch heute noch unser Leben in bestimmte Richtungen dirigieren? Einerseits besitze ich die Freiheit Entscheidungen zu treffen, um einen bestimmten Weg einzuschlagen, andererseits wird mein Leben auch von schicksalhaften “Zufällen” begleitet, die meinen Weg oder meine Entscheidungsfindung beeinflussen. Manuela

  5. Günter Landsberger Says:
    Januar 15th, 2010 at 11:17

    Hier noch ein ergänzendes Buch zum Thema:
    http://www.ammann.ch/?id=590

  6. Manuela Reznicenko Says:
    Januar 16th, 2010 at 15:15

    Hallo Herr Landsberger!
    Guter Tip, aber mich würden viel mehr Ihre Gedanken zu den hier vorgetragenen Lesungen und Dialogen der Odyssee 2.0 interessieren.

  7. Günter Landsberger Says:
    Januar 22nd, 2010 at 17:23

    Anderes suchend stieß ich gerade unvermutet auf das mir bis dahin unbekannte große Gedicht von Franz Wurm “Telemachos” (vgl. Franz Wurm: “Dirzulande / Gedichte”, Wien/Darmstadt 1990, S.16 – S.21).

    Es endet wie folgt:

    “… Kein Heim-
    Kehrender aber ward Odysseus, wohl
    Kam er, es kannten ihn aber nicht
    Die Blicke der Hüter, weil Anschaun
    So fremd ist: das Auge singt nicht,
    Die Finger schließt Furcht. Denn
    Ein Wind ist das Herz, wenn es
    Begehrt. Ein Gewitter aber ist
    Odysseus, im Sturm
    Ist er aus Ithakas Schlaf
    In neue Irrfahrt gezogen.
    Ein gutes Schicksal oder
    Auch sonst ein Name geleitet
    Sein Schiff, denn näher sind Sterne
    Den Irrenden, ungeahnt, lachend
    Vielleicht, oder ein Weinen auch:
    Ihrer Betrübnis Klage
    Sind Wandrer zur See. Nämlich
    Wie Tränen sind Menschen, kein Lid
    Vermag sie zu halten.”

  8. Manuela Reznicenko Says:
    Januar 31st, 2010 at 13:26

    Ich denke, dass Odysseus ja nur deswegen so lange unterwegs war, weil sein höchstes Lebensziel seine Heimkehr war. Er hat sich schließlich nicht aus eigenem Antrieb aus reiner Abenteuerlust auf den Weg gemacht. Wählte er jetzt die Position eines unsterblichen Gottes, dann verlören alle bis dahin ertragenen Kämpfe und Gefahren ihren grundlegenden Sinn. Er verriete sich selbst und alle die Kameraden, die für das Ziel der Heimkehr ihr Leben ließen.

  9. Gabriele Klaes Says:
    Februar 1st, 2010 at 21:22

    Endlich bin ich gestern Nacht mal dazu gekommen Eure Odyssee zu hören. Ich finde es ist ganz wunderbar geworden. Tatsächlich transportieren die Filme und die Texte, so wie Ihr es gestaltet habt, diese besondere Stimmung. Von den Dialogen würde ich mir noch mehr wünschen. Alles in allem jedenfalls sehr spannend und hat tatsächlich schon eine Vorfreude auf mehr ausgelöst. Ein bisschen wie ich es mir mit der ‚Lindenstraße’ der Soap aus dem Fernsehen vorstelle. Jetzt werde ich gleich den Meinen mal dazu verleiten sich die Filme anzusehen…

  10. Manuela Reznicenko Says:
    Februar 25th, 2010 at 00:14

    Zum 5. Dialog fällt mir ein, dass wir heute so im Luxus des Kommunikationsüberflusses leben, dass wir uns aussuchen können, ob wir einen Beitrag mit voller Aufmerksamkeit verfolgen wollen oder nicht. Oft läuft bei mir Musik im Hintergrund, ohne dass ich überhaupt richtig zuhören will. Andererseits kann ich ein Konzert so konzentriert verfolgen, dass mich geringste Nebengeräusche (z.B. Papierknistern) sehr ärgern, und meinen Hörgenuss erheblich schmälern.

  11. Kostenlose Kinofilme Says:
    März 11th, 2010 at 19:18

    Hallo
    Hervorragender Post. Da hat mich Yahoo mal wieder an einen hervorragenden Blog geschickt.
    Bookmark bereits erstellt
    Viele Grüße aus Hamburg

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